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Jordanien – Viel mehr als nur Petra

Jordanien – Tradition und Moderne

Jordanien - Heisse Quellen aus Wasserfal in Ma´In

Haschid ist stolz auf sein Land. Der 15jährige wurde in Berlin geboren und lebt seither in Spandau. Schon vor 35 Jahren ist Haschids Vater nach Deutschland gekommen und blieb. Die Ferien verbringt die Familie oft in der alten Heimat. Auch weil der Vater Produkte in Jordanien kauft, um sie in Deutschland gewinnbringend abzusetzen. Haschid hilft zum Zeitvertreib in der Metzgerei seines Cousins Machmut. Im Schaufenster des Ladengeschäfts in der Hafenstadt Akaba am Roten Meer hängen frisch geschachtete Ziegen. Nur der Kopf trägt noch das Ziegenfell. Haschid mag die Stadt, weil er hier Strandleben und die lebendige Stadt auf einem Fleck hat. Winter wie Sommer – hier ist fast immer Badewetter. Ganz im Gegensatz zu Berlin, wo er längst schon wieder sein sollte, weil die Schule begonnen hat. „Ich bin halt krank“, erklärt Haschid schlitzohrig. „Würdest Du denn lieber immer in Jordanien leben?“ Die Antwort kommt schnell und klar: „Auf keinen Fall. In Deutschland ist es sauberer, es gibt mehr Ordnung und es gibt bessere Produkte. Aber in Jordanien kann man toll Urlaub machen“, bekundet der junge Deutsche mit Jordanischen Eltern. Und tatsächlich, Jordanien überrascht mich im besten Sinn.

Jordanien - Felsenschlucht in Petra

Offene, freundliche und liberale Menschen begegnen mir. Christen und Muslime achten sich gegenseitig, leben anscheinend friedlich zusammen. König Abdullah der II., Sohn des legendären König Husein, ist beliebt in allen Schichten des Volkes. Der westlich geprägte Monarch, der in England studiert hat, und seine bekannte und besonders hübsche Frau Rania lenken die Geschicke Jordaniens umsichtig. Die Arbeitslosigkeit im Land liegt bei etwa 12%, ein beachtlicher Wert in dieser Region. Das Straßenbild ist westlicher, als ich es erwartet habe. Die Burka ist noch präsent, prägt aber nicht das Bild auf den Straßen. Kopftücher werden oft getragen in Kombination mit Jeans. Vor allem junge Frauen, sind, was ihre Kleidung betrifft, kaum von Frauen bei uns zu unterscheiden. Die Jordanier leben friedlich mit ihren Nachbarn. Mit Israel gibt es einen Friedensvertrag. Libyen ist rund 2000 Kilometer entfernt! Für Urlauber hat Jordanien bei weitem nicht allein das rote Meer zu bieten.

Jordanien - Wüste Wadi Rum und ich

Das Land hat eine lange und reiche Geschichte. Im Jordantal soll Jesus auf jordanischer Seite getauft worden sein. Die Stelle am ehemals mächtigen Fluss ist heute ein wahrer Magnet für Touristen aus aller Welt. Dort sind es nur 3 Meter bis Israel. Die Felsengräber von Petra sind ein globales Monument, das 1986 schon in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen worden ist. Petra war in der Antike die Hauptstadt des Reichs der Abatäer. Auf halbem Weg zwischen dem Golf von Akaba und dem Toten Meer liegt die verlassene Gräberstadt mit den unzähligen Grabtempeln aus Stein in einer Höhe von 800 bis 3000 Metern über dem Meer.

Jordanien - Blick auf Amman

Das sogenannte Schatzhaus über einen schmalen Gebirgspfad von Nordwesten her zugänglich oder von Osten her durch eine rund 1,5 Kilometer lange und bis zu 200 Meter tiefe Felsschlucht, die an seiner engsten Stelle nur etwa 2 Meter breit ist. Brauch- und Trinkwasser wurde über in den Fels gemeißelte Aquädukte in die Stadt geleitet sowie durch Terrakottarohre, die ebenfalls in die Felswände eingelassen und mit Gips abgedichtet waren. Das höchst komplexe Wasserversorgungssystem, das mehr als 200 Zisternen umfasste, speiste sich aus Wasserquellen im Umkreis von mehr als 25 Kilometern. Vom 5. Jahrhundert vor bis zum 3. Jahrhundert nach Christus war Petra ein bedeutender Handelsplatz. Auch wer sich nicht wirklich für alte Steine interessiert, wird begeistert sein.

Jordanien - Taufstelle Jesus am Jordan

Mein Tipp: Besuchen Sie Petra auch bei Nacht. Drei mal pro Woche wird der Platz vor dem berühmten „Schatzhaus“ mit tausenden Kerzenleuchtern illuminiert. Menschen sitzen schweigend im großen Rund. Jordanische Musik lässt die Szenerie noch mystischer werden. Sie werden dieses Erlebnis noch lange vor Augen haben.

Jordanien - Wüste Wadi Rum Captains Dessert Camp

Eine weitere Attraktion Jordaniens ist die im Sonnenlicht rötlich erscheinende Wüste Wadi Rum, die schon oft Kulisse für Abenteuerfilme war. Hier können Reisende für kleines Geld im Wüstencamp das Leben der Beduinen nachempfinden. Einen Abstecher wert sind auch die heißen Quellen in den Bergen von Ma´In nahe des Toten Meeres. Zum Schluss einer Rundreise durch Jordanien empfehle ich Ihnen erholsame und gesundheitsfördernde Tage am Toten Meer. Lassen Sie rund 400 Meter unterhalb des Meeresspiegels Ihre Seele baumeln, genießen Sie den erhöhten Sauerstoffgehalt der Luft und das immer warme Meer. Die Mineralien des Wassers sollen ein Jungbrunnen für die Haut sein. Die beste Reisezeit für Jordanien sind April/ Mai im Frühjahr und Oktober/November im Herbst.

Jordanien - Gewürze im Souk von Amman

Sicherheit in Jordanien

Jordanien ist rund 2000 Kilometer von Libyen entfernt. Ich habe im gesamten Land keine Unruhen erlebt. Zuletzt gab es wohl Proteste in der Hauptstadt Amman, aber die gebe es ja auch in Stuttgart, so ein in Jordanien lebender Schweizer. Ich sah weder eine erkennbar erhöhte Präsenz von Polizei noch von Militär. Das Land ist friedlich die Menschen gelassen und freundlich. Das Deutsche Auswärtige Amt gibt aktuell keinerlei Warnungen für Reisen nach Jordanien aus.

Jordanien - Beduinen Camp in der Wüsti Wadi Rum

Essen in Jordanien

Die Jordanier lieben es zu essen. Salate mit unglaublich vielen Kräutern in allen Variationen finden sich immer wieder. Fisch und Geflügel werden bevorzugt gegrillt serviert. Ich würde die Jordanische Küche durchaus als mediterran bezeichnen. Das Nationalgericht Jordaniens ist „Mensaf“. Lammfleisch wird in Salzwasser gekocht und danach ca. 45 Minuten in einer Joghurtsoße geköchelt. Die flüssige Joghurtsoße wird dabei reduziert. Die Handgroßen Lammfleischstücke werden dann auf einer Schicht Reise mit Kräutern und Nüssen serviert. Die Joghurtsoße darüber gegossen. Die Jordanier essen „Mensaf“ mit den Händen. Dazu nehmen sie ein dünnes Fladenbrot in die rechte Hand (die Linke wird als unrein angesehen) und wickeln Reis und Fleisch ein.

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