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Darum fragen Kinder im Auto „Wann sind wir endlich da?“

Den Satz kennt jeder: „Wann sind wir endlich da?“ Kaum ist die letzte Fahrzeugtür geschlossen, der Motor gestartet und die erste Kurvenkombination durchfahren, durchschneiden diese fünf Worte jede Ruhe im Auto. Ob sie nerven? Nicht am Anfang. Ganz im Gegenteil. Eigentlich ist es ja eher lustig, dass, egal wo auf diesem Planeten und egal in welcher Sprache, Kinder immer diesen einen Satz von sich geben. Wenn sich das Frage-Antwort-Spielchen jedoch über mehrere Minuten oder sogar noch schlimmer zieht, gibt es langsam aber sicher dicke Luft auf engstem Raum. Doch woran liegt es eigentlich, dass unser Nachwuchs die weltweit gleiche Frage stellt? Ralf Buchstaller vom TÜV Nord kann das erklären: „Für einen Vierjährigen ist ein Tag etwa 1/1500 seines bisherigen Lebens, bei einem Vierzigjährigen rund 1/15.000, also nur ein Zehntel so lang!“ Dass Erwachsene das Gefühl haben, die Zeit fliege an ihnen vorbei, ist da nur zu verständlich. Hinzu kommt noch das Phänomen des Oddball-Effekts. Nie gehört? Kein Problem. Der wissenschaftlich nachgewiesene Effekt beschreibt, dass die aktuelle Zeit subjektiv in schönen und vor allem neuen, unbekannten Situationen länger und in Situationen, in denen Stress oder Monotonie vorherrschen wesentlich komprimierter erscheint. Die meisten werden diesen Effekt erst vor kurzem an ihrem Urlaubsort am eigenen Leib erfahren haben. Die ersten Tage vergehen beruhigend schleppend, während die letzten Tage nur so dahingleiten. Gleiches gilt in diesem Falle für eine Autofahrt. Was für Erwachsene schon zur Routine geworden ist, ist für viele Kinder neu. Das subjektive Zeitempfinden ist demnach genau gegensätzlich. Das Resultat: Der Erwachsene denkt sich: „Nur noch eine Stunde!“ Das Kind: „Eine Stunde? Das überlebe ich nicht. Wann sind wir endlich da?“ Das einzig wirksame Mittel gegen das endlose Frage-Antwort-Spielchen ist Ablenkung in Form von Spielen oder anderweitiger Ablenkung. mid

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