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Joey Kelly – No Limits – Der Wille ist entscheidend

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Es sind Menschen, die etwas erlebt und zu erzählen haben, die Filmproduzent Andreas Mihatsch in seine Veranstaltungsreihe „Expedition Erde“ als Referenten einlädt. „Keine Angst, ich singe nicht“, scherzt der Gitarrist der „Kelly Family“ gleich zu Beginn seines eineinhalbstündigen Vortrags „No Limits“  in der Offenburger Reithalle. „Schade“-Seufzer und Lacher halten sich die Waage. Joey Kelly ist nicht als Musiker auf der Bühne. Die Zeiten, in denen er mit seiner weltbekannten Familie durch die Welt tingelte sind längst vorbei. Joe Kelly möchte sich heute als Extremsportler verstanden wissen.

Doch was bedeutet es denn, Sport in einer extremen Form zu treiben? Bei Joey Kelly hört sich das einfach an. Laufschuhe an.  Den eigenen Schweinehund ignorieren. Und los geht’s. Marathon laufen, in eisiger Kälte zum Südpol wandern, durch die Wüste rennen. „Geht alles“, sagt Joey Kelly, wenn man die richtige Einstellung habe. „Man muss es nur wollen, dann gibt es no limits“, verkündet er mit seinem nach wie vor englischen Akzent. Kelly kehrt den allseits beliebten Spruch, nach dem der Weg das Ziel sei, einfach um. Für ihn ist das Erreichen des Ziels die Herausforderung. Am Ende sei man nur erfolgreich, wenn man sein Ziel erreicht habe. Das gelte auch für den Beruf.

Der ganz persönliche Weg von Joe Kelly begann auf der Straße. Die Kelly Family, in die Joey 1972 geboren wurde, macht öffentlich zum ersten Mal in Italien Musik. Nicht ganz freiwillig, wie der Musiker erzählt. „Man hatte uns ausgeraubt. Also hatte mein Vater die Idee, für Essen und eine Übernachtungsmöglichkeit zu sammeln, indem wir auf der Straße singen.“ Wer die Kellys für arglose Hippies gehalten hat, der irrte freilich: Denn das Ziel, irgendwann vor unzähligen Menschen in großen Arenen zu spielen, das hatte der Vater der Familie mit den zwölf Kindern wohl schon früh. 1979 werden sie auf der Straße in der Stuttgarter City von ihrem späteren Produzenten entdeckt. Zwar hatte die Kelly Familie bald schon zahlreiche Auftritte. „Leben konnten wir davon aber nicht“, erzählt Joey Kelly. Denn der Vater habe einen unvorteilhaften Vertrag mit dem ersten Produzenten geschlossen. Der große Durchbruch kam erst 1993 mit der CD „Over the hump“. „Schon damals hat man die Kellys entweder geliebt oder gehasst“, sagt Kelly, der heute einen durchaus selbstironischen Blick auf seine Sangeskarriere richtet. In der „Bravo“ stand er im Beliebtheitsranking der Familie ganz hinten. „Unter 2 Prozent fanden mich gut“, lacht Joey Kelly. Nach einer Wette mit Schwester Patricia um die Teilnahme an einem Triathlon wurde aus dem Musiker und Geschäftsführer des Familienunternehmens „Kelly Family“ der Sportsfreund Joey Kelly, der nachts nach den Konzerten sein Training absolvierte und einmal direkt von einem Triathlon kommend erst kurz vor dem Auftritt im Hubschrauber zum Konzert einfliegt.

Die Liste der von Kelly erreichten Ziele liest sich beeindruckend: 8 x Ironman , 30 x Ultraman, 40 x Marathons, 3 x Race-across-America und 9 x Wüstenläufe. Dazu noch so absurden Wettbewerbe wie die von TV-Entertainer Stefan Raab. „Mein  Ziel ist immer zu gewinnen. Falls gewinnen mal nicht drin ist, dann wenigstens besser sein als Stefan“, amüsiert sich Kelly über sich selbst. Und wenn es gerade keinen passenden Wettbewerb gibt, macht er sich selbst einen. Wie beispielsweise sein Trip von Los Angeles nach New York. Oder seine Wanderung auf Rüdiger Nehbergs Spuren „einmal quer durch Deutschland“. Von Warnemünde bis zur Zugspitze. Alles ohne einen Cent in der Tasche. “Rüdiger Nehberg ist mein großes Vorbild, ich bin einer seiner größten Fans“, bekennt Joey Kelly. Ernährt hat sich Kelly auf seiner Tour durch Deutschland von allem was die Natur hergegeben hat. Fallobst, Schnecken oder auch ein noch warmer, grade überfahrener Hase sei dabei gewesen. 15 Kilogramm in 18 Tagen  habe Joey Kelly dabei abgenommen. „Vielleicht war dies sogar mein größtes Abenteuer“, lacht er. Eine ähnliche Tour sei in Planung. „Vielleicht wollen Sie auf meine nächste Tour mitkommen?“. 8 oder 9 Sportbegeisterte nehme er nämlich mit. Jeder könne sich einfach bewerben.

Ist denn das gesund, was Joey Kelly da treibt? „Grenzwertig“, sagt Joey Kelly selbst. Doch der Weg dahin sei gesund. Arbeiten und Leben ohne Ziele gehe nicht. Das Ziel vor Augen, nicht nur dabei sein, sondern gewinnen wollen. „Verlierer hören auf, wenn sie müde sind. Gewinner hören auf, wenn sie gewonnen haben“, resümiert Kelly.  Die 250 Zuhörer in der Reithalle hat der 42-Jährige jedenfalls begeistert.

 

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