Zurück zum Content

St. Moritz – Auch im Sommer eine Reise wert

St. Moritz – Der berühmte Skiort im Engadin

Auch im Sommer eine Reise wert

Vor rund 20 Jahren kam der junge Mann aus der Baden zum ersten erste Mal nach St. Moritz. Noch heute erinnert er sich gut an den Moment. Es war wenige Tage vor Weihnachten. Beinahe ehrfürchtig stapfte er durch den Schnee immer weiter den berühmten Bergort hoch durch die hell erleuchteten Gassen mit den liebevoll geschmückten Läden mit den Edelmarken. Die edlen Hotels mit den reichen und schönen Gästen beeindruckten den jungen Mann. Auch wenn diese Welt für ihn unerreichbar schien.

Gunter Sachs, der lange in St. Moritz residierte, war schon damals sein Held. Der er übrigens nach seinem mutigen Abgang von dieser Welt noch ein Stück mehr geworden ist. Jahre sind vergangen und St. Moritz ist noch immer ein mondäner Ort. Neue Gäste aus Osteuropa lernen die Graubündner Hochebene kennen und schätzen. Hier oben können nicht nur die meist blondierten Frauen der Oligarchen mit ihrem kaum minder reichen Dunstkreis das leicht zugeflossene Vermögen ebenso leicht wieder los werden. In St. Moritz ist man wohl froh über die neuen Gäste. Denn sie gleichen den Rückgang der italienischen und deutschen Urlauber aus. Zuletzt haben gerade die Deutschen den als teures Pflaster verschrienen Nobelort gemieden.

Tatsächlich bemüht sich St. Moritz aber auch breiten Gästegruppen attraktive Angebote zu machen. Und das nicht nur im Winter. Denn auch im Sommer haben St. Moritz und die umliegenden Orte wie Pontersina und Sils Maria viel zu bieten. Für den ein oder anderen vielleicht mehr als im Winter. Denn im Sommer ist es hier weniger mondän als beschaulich. Die klare Luft und das unbeschreiblich schöne Licht sorgen für satte Farben. Nur auf den höchsten Gipfeln sind noch die weißen Kappen zu sehen. Unten, auf der Hochebene, dominiert das satte Grün der Wiesen und das klare Wasser der Seen, umrahmt vom unglaublichen Blau des Himmels. Aktivurlaubern bietet der Sommer eine reichere Auswahl als der Winter.

Wandern, Mountainbiken, Segeln, Fahrten auf dem Silser See oder eine Fahrt mit der Standseilbahn hoch hinauf auf über 2.400 Meter, wo der Muottas Muragl mit seinem unvergleichlichen Blick lockt. Im Restaurant werden lokale Köstlichkeiten angeboten, die auf der Terrasse mit dem traumhaften Blick serviert werden. Gleich daneben heben Gleitschirmflieger mit ihren bunten Maschinen ab.  Während im Vorderdgrund Segelflieger in Augenhöhe wagemutig nahe an die Felsen heran fliegen. Die Standseilbahn, die im Jahr 10907 erbaut wurde, bringt uns sicher zurück ins Tal, das 1.500 Meter über dem Meer liegt. Die dünne Luft lässt Sportler hier her kommen, damit sie beim Training zusätzliche rote Blutkörperchen bilden, die ihre Leistungsfähigkeit erhöhen sollen.

Wir logieren mitten in St. Moritz im 4-Sterne Hotel „Monopol“. Die Blicke aus den renovierten Zimmern fallen auf die belebten Gassen des Zentrums, wer Glück hat, kann sogar den See sehen. Das High-Light des Monopol ist aber das Wellness-Center auf dem Dach des Hotels. Hier entspannt man bestens mit Blick über die Dächer von St. Moritz hinweg auf den See und den Piz Rosatsch. Auf diesen Blick ist der neue Hoteldirektor Dominik Zurbrügg zu Recht besonders stolz. Vom ereignisreichen Tag hungrig freuen wir uns auf das Dinner im hauseigenen Restaurant „Mono“, wo uns Maitre Francesco Stillitano mit italienischen Köstlichkeiten versorgt. Nach einer erholsamen Nacht und einem stärkenden Frühstück spazieren wir durch den mondänen Ort und wagen scheue Blicke in die Boutiquen von Top-Designern und Luxusgüteranbietern, die St. Moritz dieses einzigartige Flair geben.

Wer möchte, kann sich in den lokalen Metzgereien mit Bündner Fleisch eindecken oder bei einer Tasse Schümli Kaffee die bekannte Nusstorte genießen.

Uns zieht es wenige Kilometer weiter in den Nachbarort Sils-Maria. Das beschauliche Dorf auf 1.800 Metern Seehöhe ist der ruhige Gegenpool zum aufregenden St. Moritz, und war schon vor 150 Jahren der Zufluchtsort von Künstlern und Schriftstellern. Nicht zuletzt während der Wirren des zweiten Weltkriegs.

Hier traf sich Thomas Mann mit Hermann Hesse zu langen Gesprächen. Wohl in keinem zweiten Dorf haben sich die Wege von so vielen Dichtern, Denkern und Kunstschaffenden gekreuzt. Nietzsche, Proust, Rilke, Zweig, Adorno oder Beuys verbrachten hier ihre Sommerfrische und betankten ihre Fantasie mit Hilfe des Maloja-Windes und der einmaligen Landschaft. Hier konnten sie dem Stress und dem Trubel der Großstadt entkommen. Nicht wenige von ihnen logierten im Hotel Edelweiss, eines der Traditionshäuser in Sils-Maria. Auch wir haben das Vergnügen, in diesem 4-Sterne-Hotel zu wohnen. Beeindruckend ist der große, denkmalgeschützte Saal, der von vielen rauschenden Festen erzählen könnte.

Gastgeberin Madeleine Petermann ist zu Recht stolz auf diesen Saal und seine ereignisreiche Geschichte. Uns zieht es zum Silser See, den wir nach einem gemütlichen Gang von rund 15 Minuten erreichen. Dort nutzen wir die höchst gelegene Schifffahrtslinie Europas. Runde 90 Minuten fährt uns das kleine Schiff über den klaren See, vorbei an der wundervollen Kulisse der Engadiner Berge.

Wer hier nicht zu Ruhe kommt, der sollte einen Arzt aufsuchen.

 

Tipps:

Muottas Muragl -Pflichtprogramm für Romantiker

 

 

Die Aussicht von Muottas Muragl über das Engadin ist so einzigartig, dass sie seit jeher Dichter, Denker und Künstler inspiriert – und Romantiker hoffnungslos verzaubert. Hier kann man sich vom Sonnenuntergang berauschen lassen, aber auch im Hotel Muottas Muragl wohl einer der romantischen Nächte erleben. Nicht nur Künstler lassen sich seit jeher vom Blick des Paradeberges inspirieren. Auch unsereiner muss immer wieder hinauf und sich von der Kulisse gefangen nehmen lassen. Allein die Anreise mit der roten Standseilbahn ist eine Schau. Sie klettert seit über 100 Jahren den Steilhang hinauf und ist die zweitälteste Standseilbahn Graubündens. Die einen kommen zum Geniessen, die anderen wollen ins Panorama hineinwandern. Entweder hinüber zur Alp Languard oder hinauf zur Segantinihütte und zum Schafberg, wo der Maler Giovanni Segantini einsam starb.

Fahrplan Standseilbahn Sommer 2017
03.06.2017 – 22.10.2017

Erste Bergfahrt: 07.45 Uhr
Erste Talfahrt: 07.45 Uhr
Letzte Bergfahrt: 23.00 Uhr
Letzte Talfahrt: 23.00 Uhr

Ab 7:45 jeweils alle 30 Min. jeweils xx:15 und xx:45

Preise Standseilbahn Sommer 2017 
03.06.2017 – 22.10.2017

E J K
Retour 35.- 23.30.- 11.90.-
Einfach 25.- 16.70.- 8.50.-
Höhenweg 35.- 23.30.- 11.90.-
Abendfahrt* 15.- 10.- 5.-

E = Erwachsene (ab 18 J.)
J = Jugendliche (13 – 17 J.)
K = Kinder (6 – 12 J.)
* ab 18:00 Uhr

 

 

 

 

Gib als erster einen Kommentar ab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.